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Die Achse des Guten

Christlichsozialer Schutzwall

Von Renée Zucker

Kann eigentlich ein Mann, der sich hinter zwei Bayern versteckt, Regierender Bürgermeister von Berlin werden? Betrachten wir die Angelegenheit doch nur mal rein geographisch: Ein paar Berliner Dumpfbacken pöbeln, wie es
Renée Zuckers Mitzwe zum Montag

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eben der Dumpfbacken Art ist, auf dem Alexanderplatz rum. Keine große Sache eigentlich. Aber dem Spinnewib aus Brilon war das schon zu viel. So was tut man nämlich im Sauerland nicht. Auch wenn man schon mal mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Mofa übern Acker gebraust ist, aber rumpöbeln? Nein, das tut man nicht! Also schreit der Dünne aus Brilon die Berliner auf dem Alexanderplatz an: "Geht doch erst mal arbeiten!" So sagte man das seinerzeit gern in Brilon, wenn einer mit langen Haaren am Marktplatz rumlungerte. "Geh doch erst mal arbeiten", wenn einer in der Schule irgendetwas sagte, was nicht ins sauerländische Weltbild passte. Und anstatt, dass der schöne Frank aus Frohnau sich schützend vor seine Berliner stellt, die er doch als Regierender Bürgermeister lieb haben soll und unterstützen muss, statt, dass der sich also den argen Wüterich Friedrich schnappt und sagt: "Hör mal Alter, dit läuft hier nich, dit sind meine kostbaren Ost-Baliner und die haben die letzten 40 Jahre auf allet vazichten müssen, nu lasse mal n büschen den Affen machen,"- statt dass er sich quasi damit als Kronprinz der Herzen einschleimt und qualifiziert, sagt der Tölpel einfach gar nichts! Wie sollen sich denn da die Landeskinder fühlen? Zu recht empört. Vorher noch Berliner schnauzenmäßig, ostig verstärkt herumgepöbelt, geht’s jetzt aber hoch die Tassen. Und da macht der fromme Frank den nächsten, noch viel schlimmeren Fehler: statt den kleinen Postpunkern standhaft zu trotzen, duckt er sich hinter den viel älteren und viel zierlicheren Stoiber, während der Fels Glos brandungssicher allem Unbill mit steinerner Miene entgegensteht. Wie das aussah! Total Klasse! Jeder Fotograf hat`s gesehen und keine noch so konservative Redaktion hat sich dieses Bild entgehen und unveröffentlicht gelassen. Zu und zu schön! Der Berliner, wie ihn die Welt kennt und nicht liebt: große Fresse und im Ernstfall weggeduckt. Wir Wessis kennen allerdings Franks Problem: Der Mann war bestimmt in den letzten zehn Jahren ganze zweimal auf dem Alexanderplatz. War da, hat gesehen, sieht scheiße aus da, und war wieder weg. Das heißt: er wusste gar nicht, dass es da so ist wie in der Fußgängerzone von Brilon, wo der Spinnewib seinerzeit jeden Tag mit gerümpfter Nase durchmusste und wo man bis heute noch "Gammler" als Schimpfwort kennt. Das aber muss man der CDU wirklich vorwerfen: wieso wussten sie nicht, dass auf dem Alexanderplatz noch nicht mal ein Blumentopf zu gewinnen ist - es sei denn, man heißt PDS und schafft es, die Massen zu mobilisieren! Von der CDU lassen sich höchstens ein paar gepiercte Penner mit ihren Hunden provozieren - und aus denen machen die Konservativen dann gleich die rote Front... Gottseidank, dass es dagegen wenigstens den bayerischen Schutzwall gibt!

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