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Stinkefinger macht weiter
Der Irre aus Münster ist wieder da. Drei Monate hat er sich zusammengerissen und nur auf Wahlkampfkundgebungen
rumgenölt, er lasse sich "den Mund von Herrn Friedman nicht verbieten". Jetzt, kurz vor
dem bevorstehenden Absturz vom 18-Prozent-Höheflug, hat er den antisemitischen Joker wieder gezogen:
Hanswurst Möllemann ließ in NRW Faltblätter zum Palästina-Konflikt verteilen, dem
Lieblings-Problem der FDP, das umgehend gelöst werden muss, noch bevor in Deutschland das Pfand
auf Dosen und Plastikflaschen eingeführt wird. Palästina geht uns alle an, und Jürgen
W. Möllemann, der mit obskuren Beratungsgeschäften im Nahen Osten sein Geld macht, setzt sich
von Münster aus "beharrlich für eine friedliche Lösung des Nahostkonfliktes ein"
- während der Bösewicht Sharon "Panzer in Flüchtlingslager schickt und Entscheidungen
des UNO-Sicherheitsrates missachtet", unterstützt von Michel Friedman, der "das Vorgehen
der Sharon-Regierung verteidigt." Mit welchem Konflikt würde Stinkefinger Möllemann trumpfen,
wenn es den im Nahen Osten nicht gäbe? Kaschmir? Nordirland? Sri Lanka? Kaum anzunehmen, denn es
müssen Juden dabei sein, damit Dumpfbacke Möllemann in Wallung gerät. Und die übrigen
Dummbatzen der FDP stehen ratlos rum, wie ein paar Schrebergärtner, denen aus einem vorbeifahrenden
Interregio ein Haufen Scheiße vor die Hütte gefallen ist, mit dem sie nix anfangen können.
Sie distanzieren sich wieder, aber keiner verlässt den Laden oder fordert Möllemann zum Austritt
auf. Noch glauben sie, sie werden am Sonntag belohnt werden, aber das Erwachen wird furchtbar sein, im
einstelligen Bereich, sie können von Glück reden, wenn von den anvisierten 18 die 8 übrig
bleibt. Und daran werden, natürlich, die Juden schuld sein. Wetten, dass der Schnauzbart schon an
einer Erklärung arbeitet, wie ihm das Weltjudentum den Wahlerfolg vermasselt hat?
HMB, 2o.9.2oo2
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