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Und sie bewegt sich noch!
Wieder einmal ist die deutsche Friedensbewegung nicht
gefragt worden, ob sie mit einem Krieg einverstanden
ist. Deswegen geht sie auf die Straße und demonstriert
gegen ihre Ausgrenzung. Und wieder einmal zeigt sich,
wie recht G. B. Shaw mit seinem Satz hatte: "In terms
of fun nothing comes close to war." Alle hatten
tierisch viel Spaß letzten Samstag auf dem
Gendarmenplatz in Berlin-Mitte, es war wie bei einem
Veteranenpicknick, an dem auch die Enkel teilnehmen
durften. Man hat Musik gemacht und viele, viele Reden
gehalten, gegen den Kapitalismus, den Imperialismus
und die Nato, die Armut und die Ungerechtigkeit in
der Welt und den Stellenabbau im Sozialwesen - nur
nicht gegen den Terrorismus, denn der ist ja die
Antwort der Unterprivilegierten auf den Kapitalismus,
den Imperialismus und die Nato, die Armut und die
Ungerechtigkeit in der Welt und den Stellenabbau im
Sozialwesen.
Vordergründig ging es um die Bombenangriffe der
Amerikaner und Briten in Afghanistan, tatsächlich
aber, wie immer bei solchen Events, um eine späte
Korrektur der deutschen Geschichte. "Wollt Ihr den
totalen Krieg?" brüllte ein Redner von der Bühne ins
Volk. "Nein!" schrie das Volk zurück. Fast 6o Jahre
nach der berühmten Sportpalast-Rede von Goebbels
nutzten die guten Deutschen die Gelegenheit, endlich
die richtige Antwort geben zu können, während die
Amerikaner und die Briten noch immer nichts aus der
Geschichte gelernt hatten. "Ich finde Krieg Scheiße,
weil Krieg hat noch nie etwas gebracht", sagte die
TV-Politesse Ulrike Folkerts einem TV-Team des SFB.
Recht hat sie. Statt in einem BDM-Ferienlager
Schmalzstullen zu schmieren, kann sie jetzt auf jeder
Demo mitlaufen und dummes Zeug labern.
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