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Das Letzte Frau Antje in Riad Manchmal werden Wünsche war. Vor ein paar Monaten, als die Kopftuchdebatte über das Land schwappte, schlug ich die Einführung der Burka in einigen ausgewählten Fällen vor. Unter anderem für Claudia Roth und Antje Vollmer.
Es war ein Wunsch von der Art, wie man sich wünscht, dass eines Tages Sharon Stone vor der Tür steht und sagt: »Mach mit mir, was du willst! Aber mach es sofort!« Und nun dies: Gestern Abend halte ich auf dem Heimweg an einer Tankstelle, um meinen Vorrat an Beukelaer-Keksen aufzufüllen, bei der Gelegenheit kaufe ich mir die BILD, die BZ und die BUNTE, und ich greife intuitiv nach der Süddeutschen. Da schreibt ab und zu Richard Chaim Schmock Schneider, der unter dem Pseudonym Rafael Schmock Seligmann auch in der BZ patriotische Miniaturen ablagert. Ich blättere die SZ schnell durch, und was finde ich? Auf Seite 5 ein Foto von einer Frau in einem schwarzen Gewand, um den Kopf ein schwarzes Tuch. Nanu, denke ich, ist das vielleicht eine der Schwarzen Witwen, über die Antonia (»Die Bluse«) Rados vor ein paar Tagen auf RTL berichtet hat? Ich mache das Licht in meinem Toyota an und schaue genauer hin. Es ist Antje Vollmer, die grüne Vizepräsidentin des Bundestages, die Frau, die für das Kinderwahlrecht streitet und für die Einführung einer doitschen Musikquote im Radio, eine echte Querdenkerin mit viel Sinn für soziale Missstände. Erst vor kurzem war sie in der Mongolei unterwegs, jetzt begleitet sie Kanzler Schröder auf seiner Arabien-Reise. Und sie trägt die »Abaya«, das »traditionelle schwarze Gewand muslimischer Frauen«. Ist Frau Antje konvertiert? Will sie Multikulturalität und Toleranz demonstrieren? Hofft sie auf einen Platz in der ersten Reihe bei der freitäglichen Auspeitschung von Gesetzesbrechern? Oder trägt sie nur deswegen Schwarz, weil Schwarz schlanker macht? Egal. Jedenfalls hat sie meinen Wunsch erhört, wenn auch nur zum Teil. Natürlich wäre eine Burka schöner, eine Ganzkörperhülle, wie sie demnächst auch Joschka Fischer anziehen wird, wenn ihm keiner seiner Anzüge mehr passt. Aber auch in der »Abaya« sieht sie niedlich aus, wie eine Nonne aus Bad Salzuflen unterwegs zu einem Konzert der Gruppe PUR in Paderborn. Frau Antje in Riad. Jetzt weiß ich: Man muss sich nur etwas ganz toll wünschen, damit es wirklich eintritt. Eines Tages steht Sharon Stone vor meiner Tür und sagt: »Mach es mit mir! Aber mach es sofort! Sonst schick ich Antje Vollmer vorbei!« HMB, Bln, 2.3.2oo5
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