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Das Letzte Spaziergang für den Frieden Die Polizei hatte einen Schweigemarsch mit 1.5oo Teilnehmern genehmigt und Auflagen gemacht: Keine israelfeindlichen Parolen, Reden durften nur auf deutsch gehalten werden. Gekommen waren etwa 3oo Demonstranten und genau so viele Polizisten und Journalisten. So geriet die diesjährige Al-Kuds-Demo zu einem Spaziergang vom Adenauer- zum Savignyplatz — für Demokratie in Palästina und Frieden in der ganzen Welt. Am Ende hielt ein junger Mann, der wie Klaus Meine von den Scorpions eine Sportmütze verkehrt herum trug, eine Rede, in der er jede Art von Gewalt verurteilte und behauptete, das Judentum sei schon immer ein geachteter Teil des Islam gewesen. So war es eigentlich schade, dass die Al-Kuds-Freunde nicht sagen durften, was sie gerne gesagt hätten. Nur der Mann, der von einem Lautsprecherauto die Parolen ausrief, hielt sich nicht an die Auflagen und schrie: »60 Jahre Besatzung sind genug!« Womit er das Alter Israels großzügig aufrundete und zu erkennen gab, dass es nicht um die »besetzten Gebiete« Gaza und Westbank geht, sondern um das ganze historische Palästina. Ich hatte mir extra für die Demo eine echte Kefiyah gekauft. Wäre aber nicht nötig gewesen. Zur nächsten Al-Kuds-Demo ziehe ich mir eine Kippa an. Das Beste war der Nachtisch bei Einstein. Peace Now! Uga achschaw! Kaiserschmarrn für alle!
Copyright © 2005 Henryk M. Broder
Quelle: http://www.henryk-broder.de/tagebuch/al-kuds.html |
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