
|
Das Letzte Heil Hajo! Meyers koscherer Antisemitismus Kennt irgendjemand den bekannten Autor Hajo G. Meyer? Hat irgendjemand etwas von einer Massenbewegung »Eine andere Jüdische Stimme« gehört? Es scheint sie aber beide zu geben, Hajo G. Meyer und die »andere Jüdische Stimme«.
Beide sind in Holland weltberühmt, so wie der »Bessenjenever«, der »Uitsmijter« und die »Bitterballen«. Nur: Im Gegensatz zu diesen holländischen Delikatessen ist Hajo G. Meyer ekelig und ungenießbar, und deswegen ist sein Buch über »Das Ende des Judentums« im Melzer Verlag erschienen, der sich auf antisemitische und antizionistische Propaganda spezialisiert hat — entsprechend der Empfehlung des k.u.k.-Satirikers Alexander Roda Roda: »Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden, wenn sich nur die Juden seiner annehmen würden.« Denn koscherer Antisemitismus, von Juden zubereitet und angeboten, ist genau das, wonach normale Antisemiten gerne greifen, wenn sie sicher gehen und dem Verdacht entkommen möchten, dass sie selber Antisemiten sind. Wenn es ein Jude sagt, dann muss es ja stimmen... Damit hat sich schon Erich Fried einen Namen gemacht, Rafael Seligmann macht sich damit lächerlich, und Hajo G. Meyer versucht es eben, so gut ers kann. Hier der Werbetext des Melzer Verlages für sein Buch: Das Ende des Judentums Hajo G. Meyer beschreibt in seinem Buch »Das Ende des Judentums« seine Abscheu vor dem moralischen Verfall der heutigen israelischen Gesellschaft. Meyer ist ein prominentes Mitglied von »Eine andere Jüdische Stimme«, eine Bewegung, die die jüdische Loyalität zu Israel dazu benutzt über Israel kritisch nachzudenken. In seinen sehr persönlich eingefärbten Betrachtungen über sein eigenes Leben — Meyer ist ein Überlebender von Auschwitz —, vergleicht er Israel mit Nazi-Deutschland. Er erklärt, dass wir bei Nazi-Deutschland nicht nur an den Mord an sechs Millionen Juden denken sollen, sondern auch den langen Weg, der bis zu diesem Ende geführt hat. Man sollte aber die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg betrachten, als die Juden bereits zu Parias reduziert wurden und aus dem tagtäglichen Leben der Bevölkerung zu verschwinden begannen. Hajo G. Meyer vergleicht die Situation der Juden damals mit der Lage der Palästinenser heute. Hajo Meyer wird oft vorgeworfen, dass er an jüdischem Selbsthass leidet. Aus seinem Buch ergibt sich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Er leidet an einer anderen typisch jüdischen Eigenschaft: Er meint, dass die Juden ethischer sein sollten als alle anderen Völker, dass sie ihrem eigenen Anspruch endlich gerecht werden — Ein Licht für die Völker zu sein. Meyer meint, dass bei der Geburt des Zionismus der Antisemitismus als Geburtshelfer auftrat, die beiden Eltern waren der Nationalismus und der Kolonialismus des neunzehnten Jahrhunderts. Während das furchtbare Erlebnis von Auschwitz Meyer selbst dazu brachte nie so zu werden wie seine Unterdrücker, waren und sind viele Überlebende so traumatisiert, dass das jüdische Volk kollektiv paranoid geworden zu sein scheint. Mit zwei Ausnahmen: Abi Melzer und Hajo G. Meyer. Ein kleines Licht möchte eine große Lampe werden. Mit der Interpunktion und dem Satzbau klappt es noch nicht ganz, aber angesichts der historischen Parallelen, die es aufzuzeigen gibt — Israel als Nachfolger von NS-Deutschland — kann man sich mit Bagatellen nicht aufhalten. Schließlich sollen die Juden »ethischer sein als alle anderen Völker«, und da geht Hajo G. Meyer mit gutem Beispiel voran. Heil Hajo! Meyers Buch über das Ende des Judentums wurde im Rahmenprogramm der Leipziger Buchmesse (»Leipzig liest«) vorgestellt. Halten wir es den Veranstaltern bis zum Beweis des Gegenteils zugute, dass sie weder den Autor noch den Inhalt des Buches kannten. Es hat ja auch niemand in Deutschland bis 1945 »Mein Kampf« gelesen. Obwohl da unter anderem auch das Ende des Judentums versprochen wurde.
Verwandte Links:
Copyright © 2005 Henryk M. Broder
Quelle: http://www.henryk-broder.de/tagebuch/hajo.html |
|||
|
Artikelübersicht |
|
Das Blog | Tagebuch | Schmock der Woche | Foto des Tages | Forsicht Freddy! | Fremde Federn | Audio | Bücher | Galerie | Links | Kontakt | Impressum | Sitemap · Letzte Aktualisierung: 2.4.2005 · Copyright © 2005 Henryk M. Broder · Diese Seite ist optimiert für die aktuellen Versionen von Internet Explorer, Netscape oder Firefox · Empfohlene Bildschirmauflösung 1024x768 Pixel