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Das Letzte Peter Huemer schreibt sich frei Ein befreiender Briefwechsel mit Peter Huemer. 3.3.2007 Lieber Henryk, In der vergangenen Woche hat der deutsche Publizist Henryk Broder in Wien aus seinem Buch «Hurra, wir kapitulieren!» gelesen. Das Buch ist in Deutschland ein Bestseller. Der Autor greift darin ein Tabu an, indem er in ungewöhnlich scharfer Weise dafür plädiert, den aggressiven Islam in Zukunft als gefährliche Drohung zu begreifen mit dem Ziel, in Europa eine «Kultur der Angst» zu schaffen. Das ist die Absage an Lessings Ringparabel von der Gleichwertigkeit der Religionen, die aufgeklärtes europäisches Denken seit mehr als 200 Jahren bestimmt hat, die Absage an jene mühsam errungene Weltsicht, die wir als «Toleranz» bezeichnen. Toleranz sei aber in diesem Falle dumm und selbstzerstörerisch, sagt Broder. Und daran hält er sich. Als ihm in Wien vorgeschlagen wurde, im Anschluss an seine Lesung mit einer Vertreterin der muslimischen Glaubensgemeinschaft zu diskutieren, hat Broder das abgelehnt. Das sei sein Buch und basta. Das ist eine interessante Position: Broder hat den Spieß einmal umgedreht. Wäre es denkbar, dass er jemals in eine islamistische Versammlung eingeladen wird, um dort in einem Streitgespräch seine Position zu vertreten? Sicher nicht. Und sollte es jemals doch der Fall sein, müssten wir ihm dringend abraten hinzugehen. Natürlich ist es unsinnig, den Islam auf Gewalttäter und ewig Beleidigte zu reduzieren. Das ist jedem vernünftigen Menschen klar. Aber auch wenn wir das nicht tun, müssen wir feststellen, dass der Gesprächsfluss in Europa sowohl zwischen den Religionen wie auch zwischen den Kulturen beklagenswert dünn ist. Das ist nicht nur in besonders ängstlichen und fremdenfeindlichen Ländern wie Österreich so, das Problem existiert auch in Frankreich und England, wo es eine lange Tradition des Zusammenlebens gibt. Da spielt sicher eine kriminelle koloniale Vergangenheit mit und da gibt es zudem diese dumpfe Fremdenfeindlichkeit heute. Aber es kann nicht so sein, dass alle Schuld immer nur auf unserer Seite liegt. Für unsere Gesellschaft geht es hier um Grundwerte, die wir in Europa unter großen Opfern erkämpft haben: Freiheit des Denkens und der Rede, Demokratie, Rechtsstaat, weibliche Gleichberechtigung. Das alles mag recht unvollkommen verwirklicht sein, aber allein die Gültigkeit der Idee ist schon von entscheidender Bedeutung . Es gibt Muslime, die diese Ideale teilen. Aber es gibt sehr viele, die das nicht tun. Vor allem in der arabischen Welt. Die Situation ist brandgefährlich. Auch in Europa. Gerade deswegen sind aufgeklärte Muslime unsere kostbarsten Gesprächspartner. Die dürfen wir unter gar keinen Umständen verlieren. Das weiß natürlich auch Henryk Broder. Dennoch ist es legitim, auch einmal nein zu sagen: Ich will nicht mit euch reden. Das darf man. Als Maxime für unser zukünftiges Verhalten ist solche Verweigerung allerdings unbrauchbar.
4.3.2007 lieber peter, mir ist nicht klar, warum du mir deinen kommentar für die kleine zeitung geschickt hast. soll ich ihn nachträglich absegnen? bei meiner nächsten lesung vortragen? ihn einrahmen und dem "dialog" zuliebe in richtung mekka aufhängen? mir ist alles recht, was du über mich schreibst und was du vom "dialog" mit der islamischen welt hältst, d.h. es ist mir wurscht. aber du solltest dich dabei an fakten halten oder wenigstens eine angemessene pause zwischen dem besuch bem heurigen und dem gang zum computer einlegen. wie kommst du auf diesen satz? "Als ihm in Wien vorgeschlagen wurde, im Anschluss an seine Lesung mit einer Vertreterin der muslimischen Glaubensgemeinschaft zu diskutieren, hat Broder das abgelehnt. Das sei sein Buch und basta." das ist nicht gaga, das ist schon delirium im fortgeschrittenen stadium. was anläßlich meiner lesung in penzing passiert ist, hättest du mühelos durch einen anruf bei frau rittberg, der leiterin der bibliothek, erfahren können. aber diese kleine mühe war dir schon zu viel. allein dieser eine satz enthält schon eine handvoll falscher fehler. mir hat niemand vorgeschlagen, weder "man" noch "frau", im anschluß an meine lesung mit einer vertreterin der muslimischen glaubensgemeinschaft zu diskutieren. wäre mir ein solcher vorschlag gemacht worden, hätte ich mit begeisterung zugestimmt, sogar wenn die "vertreterin" voll verschleiert gewesen wäre. was tatsächlich passiert ist, hätte dir frau rittberg sagen können. das MA 13 hat sie am tag der lesung mehrfach telefonisch genötigt (und für den weigerungsfall mit disziplinarischen maßnahmen gedroht), die vorstelung meines buches in eine podiumsdiskussion umzugestalten und mir herrn bagajati zuzuordnen, der dann tatsächlich (wie es der genosse zufall will) gleichzeitig mit mir in der biobliothek erschienen ist und gleich verlangt hat, auf dem podium mit mir platz nehmen zu können. das wurde ihm von frau rittberg verweigert. für ihn war ein sitz in der ersten reihe reserviert, er hat sich sofort nach meiner lesung zu wort gemeldet, ein co-referat von ca 15 min gehalten und hinterher die gesamte diskussion in einer weise dominiert, die von wenig sachkenntnis aber großer chuzpe gekennzeichnet war. vor meiner lesung hat bagajati schon an halb wien mails verschickt, in denen er sich extrem mies über mich äußerte und meine ausladung verlangte - ein echter demokrat, dem es nur auf eine faire diskussion ankommt. das ist der tatbestand. du machst daraus in einer wilden volte eine weigerung meinerseits, mit einer vertreterin der islamischen glaubensgemeinschaft zu diskutieren, nachdem ich das vergnügen hatte, nach der lesung ca. eine stunde mit herrn bagajati zu diskutieren. sag, mein lieber, hast du sie noch alle? würdest du bei einer vorstellung eines buches von dir es gut und richtig finden, wenn dir ein ausgleicher zur seite gesetzt wird, weil irgendeine knalltüte aus der stadtverwerwaltung es so haben möchte, die seinerseits unter druck gesetzt wird? und wenn ich darauf bestehen würde, mich zu dir und deiner frau ins bett zu legen und du das ablehnen würdest, könnte ich dann von "kommunikationsverweigerung" reden? ich komme mir blöd vor, dir dir die selbstverständlichkeiten des handwerks erklären zu müssen, die sogar dann gelten, wenn es um einen kommentar geht. du hast was falsch abgeschrieben oder es dir aus dem daumen gesaugt - so herum oder so herum, du wirst es richtig stellen. wenn nicht, werde ich es tun. schönen gruss aus den niederlanden
5.3.2007 Lieber Henryk, daran hab ich gar nicht gedacht, dass Du den Text einrahmen könntest. Warum auch? Ich wollte dich nur informieren, weil Du drin vorkommst. Das finde ich rchtig so. Natürlich habe ich mir die Geschichte weder aus dem Daumen gesaugt, noch falsch abgeschrieben, denn 1. warum sollte ich etwas über dich erfinden 2. warum sollte ich dir das dann auch noch mtteilen 3. wäre das ganz schön blöd. Meine Quelle war ein Bericht im profil vom 26. Februar und ein damit übereinstimmender mündlicher Augenzeugenbericht. Deswegen habe ich keine weiteren Telefonate geführt. Nachträglich muss ich alledings annehmen, dass dieser Augenzeuge keiner war, sondern sich seinerseits auf eine andere Quelle gestützt hat, möglicherweise ebenfalls auf den profil-Bericht. Ich werde in meinem nächsten Kommentar richtigstellen, dass Du sehr wohl diskutiert hast. Beste Grüße, Peter
6.3.2007 nein, du schreibst nicht, dass ich diskutieren wollte, du schreibst, dass du eine falschmeldung aus profil abgeschrieben und dich auf eine quelle von hörensagen gestützt hast und dass du zu faul warst, in der bücherei anzurufen und dass dies genau das ist, was du unter kritischem journalismus verstehst. fuck you.
Klingt nach stalinistischem Schuldbekenntnis, oder irre ich mich?
klingt nach erkenntnisverweigerung. ich irre mich nicht. ich finde deine chuzpe bemerkenswert. erst schreibst du scheiße, dann drehst du den spieß um. sehr fesch. h.
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Quelle: http://www.henryk-broder.de/tagebuch/huemer.html |
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